Neue Nachrichten - Aktuelles aus dem Spätlese Verlag Nürnberg


April 2016

Alle Freunde des Verlags möchte ich auf folgende Veranstaltungen hinweisen:

Am Freitag, dem 15. April, 18 Uhr, wird Frau Hanne Schönlau in der Galerie Pia Rubner, Nürnberg, Kobergerstraße 57/59, zum Abschluss der laufenden Ausstellung "..und sie bewegt sich doch" aus Spätlese-Büchern vortragen, die H.H.Hofmann maßgeblich mitgestaltet hat. In dieser Ausstellung werden neben den Arbeiten anderer Künstler auch viele seiner Holzplastiken gezeigt, sicherlich für Viele eine überraschende Facette seines Schaffens mit hohem Humorfaktor! Den Liebhabern von Spätlese Büchern ist er ja durch seine Zeichnungen und die exquisite Ausgestaltung unserer Bücher ein Begriff. Bislang wurde die Ausstellung sehr gut besucht, und ich freue mich, dass sich die Galeristin zum Abschluss diesen zusätzlichen Leckerbissen einer Lesung einfallen ließ.

Am Samstag, dem 30. April, findet auf dem Nürnberger Weinmarkt ein Weinfest statt, organisiert vom Bürgerverein Altstadt unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Maly. Es ist dies eine wunderbare Möglichkeit, die einstmals große Bedeutung dieses Platzes hinter der Sebalduskirche in Erinnerung zu rufen und mit heutigem Leben zu erfüllen. Fast alle der vielen kleinen und größeren Geschäfte und Gaststätten des Umkreises beteiligen sich an dem Fest. Das ist natürlich auch für den Spätlese Verlag eine erstklassige Gelegenheit, unser "Nürnberger WeinLeseBuch" vorzustellen und anzubieten, in dem die Geschichte und die Bedeutung des Weins für Nürnberg (und damit auch die dieses Platzes) erzählt wird. Ich werde auf einem extra Tisch an zentraler Stelle dieses interessante Buch auslegen, das natürlich auch erworben werden kann.

Schließlich möchte ich schon heute auf eine Veranstaltung der Stadt Fürth am Dienstag, dem 7. Juni, um 20 Uhr im Kulturforum der Stadt Fürth hinweisen. Durch Lesungen, Filmmaterial und Gespräche will man Robert Schopflochers gedenken, dem Jakob-Wassermann-Preisträger, der im Januar dieses Jahres verstorben ist. Auf jeden Fall werden dabei auch Gedichte aus den "Hintergedanken" zum Vortrag kommen, stellen sie doch das Vermächtnis dieses Autors dar. Ich werden zeitnäher noch auch diese Veranstaltung mit genaueren Details hinweisen.

Wenn ich Sie/Dich/Euch bei der ein oder anderen Veranstaltung - möglichst natürlich bei allen! - begrüßen dürfte, würde mich das wirklich SEHR freuen!

Bis dahin: eine sonnige Frühlingszeit

Ihre Erna Hofmann




Januar 2016

Aus Argentinien erreichte mich die sehr betrübliche Nachricht, dass Robert Schopflocher am 23. Januar in Buenos Aires verstorben ist. Ich will dieser Nachricht nur anfügen, dass wir sehr traurig sind, haben wir doch nicht nur einen Autor sondern auch einen Freund verloren.

In einem ausführlichen Nachruf in den Nürnberger Nachrichten schreibt Bernd Noack: "Wer das Glück hatte, Robert Schopflocher kennenzulernen, der traf auf einen distinguierten älteren und altersweisen Herrn, der zuhören und erzählen konnte, der neugierig war noch immer, obwohl er doch in mehr als neun Jahrzehnten so viel erfahren und durchgestanden hatte."

Ich möchte dem nichts hinzufügen, Sie, liebe Freunde des Spätlese Verlags, aber anregen in den vergangenen Verlags-Nachrichten zurück zu blättern. So können Sie sich auch ein Bild von diesem außergewöhnlichen Mann machen.

Wiederholt hatte er betont, dass er sein Vermächtnis in den "Hintergedanken" niedergelegt hat. Das bedeutet für mich natürlich auch die Verpflichtung, diese Bestimmung weiterzutragen. Mögen seine Gedanken Nachhall in vielen Menschen finden!




Mai 2015

Soeben erreichte mich eine sehr erfreuliche Nachricht: Robert Schopflocher, dessen Gedichtband "Hintergedanken" in meinem Verlag erschienen ist, hat in Buenos Aires das Verdienstkreuz am Band der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Auch auf diesem Weg gratulieren wir sehr herzlich zu der verdienten Auszeichnung. Seine Dankesrede bei der Verleihung machte mich natürlich auch ein wenig stolz, zitierte er dabei doch ein Gedicht aus den "Hintergedanken" !

Hier ein Auszug aus der Laudatio des Botschafters:

[...] Lieber Herr Schopflocher: mit Ihrem literarischen Werk, mit Ihrem Lebenswerk und zugleich in Ihrem aktiven und bis heute unermüdlichen Einsatz für die Vermittlung und das Verständnis deutscher Sprache und Kultur, vor allem hier in Argentinien, haben Sie in überzeugender Weise das Ansehen und den Ruf Deutschlands gemehrt und sich besondere Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland erworben.
Daher hat Sie Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Ich habe heute die große Freude und Ehre, diese Auszeichnung im Namen des Herrn Bundespräsidenten zu überreichen und möchte Ihnen dazu erneut sehr herzlich gratulieren.

und die Dankesworte von Robert Schopflocher:

Sehr geehrter Herr Botschafter, meine Damen und Herren,
Dankbar nehme ich diese hohe Auszeichnung in Empfang, nicht zuletzt weil sie die Hoffung in mir wach ruft, dass ich nicht ganz umsonst auf dieser Welt wandelte, sondern meinen bescheidenen Beitrag geleistet habe, um diese ein klein wenig besser zu verstehen.
Ich empfinde mich als ein Glied der Generationenkette, die die Vergangenheit mit der Zukunft verbindet. Gleichzeitig erfüllt mich das Bewusstsein, dass es nicht nur das von den Vorfahren übermittelte Erbe ist, sondern nicht weniger die Umwelt, die mich von Kindesbeinen an geprägt hat. Wie sollte es auch anders sein? Habe ich doch meine Urheimat, das fränkische Fürth, in der Tiefe meines Inneren trotz der noch immer unfassbaren Schrecknisse des 20. Jahrhunderts nie ganz verlassen. Und somit sehe ich mich nicht nur als einer der Zeitgenossen, die vom letzten Schimmer der kurzen Blütezeit profitierten, die das sich gegenseitig befruchtenden deutsch-jüdische Bürgertum ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gekennzeichnet hat, wenn freilich auch auf schwankendem Untergrund. Sondern ich bin auch einer der dankbaren Zeugen, die den guten Willen der unbelasteten Nachkriegsgenerationen und den Kniefall Willy Brandts erleben durften.
Dabei kann ich allerdings meinen seelischen Zwiespalt nicht verleugnen, den ich, der ich seit 1937 in Argentinien lebe, bereits vor Jahren in folgendem Gedicht zum Ausdruck brachte, das in meinem Lyrikband "Hintergedanken" zu finden ist:

GESTÄNDNIS

Seit über sechzig Jahren
in Argentinien, aber
beim Worte 'Baum'
fällt mir zunächst und noch immer
die Dorflinde Rannas ein,
in der Fränkischen Schweiz,
gelegentlich auch eine Eiche, 
eine Kiefer oder ein Tannenbaum;
nie dagegen oder doch nur selten
ein Ombú der Pampa, 
ein Paraíso in Entre Ríos
ein Ñandubay, Lapacho oder Algarrobo,
wie sich's doch geziemen würde
schon aus Dankbarkeit 
dem lebensrettenden Land gegenüber.

Aber 'Frühling' bedeutet mir noch immer
Mörikes blau flatterndes Band.
Schiller, Goethe und die Romantik, 
Jugendstil, Bauhaus und Expressionismus,
prägten mir ihren Siegel auf,
nicht weniger wie der deutsche Wald, 
der deutsche Professor 
oder der jüdische Religionsunterricht -
wohlgemerkt: der der letzten Zwanziger-,
der ersten Dreissigerjahre.
Ja, selbst der fragwürdige Struwwelpeter 
Karl May Hauff die Grimm'schen Märchen 
oder Max und Moritz, diese beiden,
rumoren weiter in mir 
und lassen sich nicht ausrotten.

Nun ja: Leider! Trotz alledem. 
Oder etwa Gottseidank?
Und wo liegt es nun, mein Vaterland?
Wo aber liegt mein Vaterland? Elie Wiesel zitiert den Rabbi Nachman aus Brazlaw, einen Urenkel des Mystikers und Begründer des Chassidismus Baal Schem Tow: "An irgend einem Ort lebt ein Mensch der eine Frage aufwirft, auf die es keine Antwort gibt. Eine Generation später, an einem ganz anderen Ort, lebt ein Mensch der auch eine Frage stellt, auf die es ebenfalls keine Antwort gibt - und er weiss nicht, kann es gar nicht wissen -, dass seine Frage in Wirklichkeit eine Antwort auf die erstere darstellt."
Gestatten Sie mir, dass ich diese Überlegung, der ich nichts hinzuzufügen habe, im Raum stehen lasse.
Und nehmen Sie, sehr verehrter Herr Botschafter, und durch Sie die von Ihnen vertretene Bundesrepublik Deutschland nochmals meinen tiefempfundenen Dank für diese unerwartete Auszeichnung entgegen, deren vielfache Bedeutung mir und meiner Familie voll bewusst ist.

Es ist doch wunderbar, wenn Texte aus Spätlese-Büchern um die Welt gehen!




Februar 2014

Und wieder steht eine Lesung an: Diesmal wurde ich selbst zu einer der Mittagslesungen "Gäste & Buch" eingeladen, die das Bildungszentrum Nürnberg regelmäßig veranstaltet. Meine Lesung findet am Freitag, dem 14. Februar 2014, in der Orangerie des Bildungszentrums statt. Beginn ist wie üblich um 14:00 Uhr. Und natürlich würde ich mich sehr freuen, viele Fans des Spätlese Verlags dort begrüßen zu können!

Ich will noch nicht verraten, aus welchem Buch ich vorlesen und wozu ich mich den Fragen der Interviewer stellen werde. Aber ich hoffe doch, Ihnen einen interessanten Einstieg ins Wochenende bieten zu können. Wenn ich Ihre Neugierde geweckt habe, dann kommen Sie einfach!

Der Eintritt ist, wie üblich, frei.




November 2013

Dieses Mal möchte ich Sie ganz besonders zu einer Lesung einladen.

Am 4. Dezember wird der Schauspieler Michael Nowack (Staatstheater Nürnberg) im Zeitungs-Café der Stadtbibliothek aus unserem Band "Hintergedanken" vortragen und dazwischen die Vita des Autors Robert Schopflocher porträtieren. Wie Sie sicher wissen, lebt Robert Schopflocher seit 1937 in Argentinien und kann aus verständlichen Gründen die Lesung nicht selbst gestalten. Aber mit dem Schauspieler Michael Nowack haben wir einen würdigen Vertreter gefunden.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der neuen Reihe "WortWeltFranken" der Stadtbibliothek statt, und ich freue mich natürlich, dass der Spätlese Verlag gleich in der ersten Staffel diesen Gedichtband präsentieren darf. Und ich möchte nicht unbescheiden erscheinen, wenn ich hinzufüge: Die "Hintergedanken" haben es verdient!

Merken Sie sich bitte Termin und Ort vor:
4. Dezember 2013, Beginn 19.30 Uhr
im Zeitungs-Café der Stadtbibliothek; Abendeingang Peter-Vischer-Straße
Der Eintritt kostet 7,-€.

Am 1. November brachte der Deutschlandfunk zur besten Sendezeit ein ausführliches Porträt Schopflochers, in dem sein Lebenslauf skizziert und seine Werke gewürdigt wurden. Sie können den Text der Sendung auf der Seite des Deutschlandfunks nachlesen.

Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn ich Sie am 4. Dezember persönlich begrüßen dürfte!




August 2013

Druckfrisch!

Unsere Neuerscheinung des Jahres 2013 trägt den Titel "Annäherung an Israel".

Seit 1996 sind mein Mann und ich in regelmäßigen Abständen nach Israel gereist. Immer wieder wurden wir nach der Motivation gefragt. "Warum ausgerechnet Israel?" ist daher auch ein Kapitel in dem kleinen Buch überschrieben, in dem die Gründe erläutert werden, warum wir dieses faszinierende Land, das nicht aus den Schlagzeilen kommt, immer wieder besuchen. Wie und was wir dort erleben, habe ich aufgeschrieben, dabei Erlebnisse und Orte aufgezeichnet, die vielfach abseits gängiger Touristenrouten liegen.

Wie immer hat mein Mann viel gezeichnet, und diese Federzeichnungen schmücken nun diese Neuerscheinung. Ich wollte nicht werten, sondern aufzeigen, wie wir Land und Leute erlebten. Wir sind natürlich auf das Echo auf diesen doch vielleicht recht ungewöhnlichen Versuch, ganz persönlich ein Land zu erfassen, sehr gespannt.

Eine erste Reaktion kam in Form einer Rezension in der auf Deutsch erscheinenden internationalen Zeitschrift Hagalil.

Wir haben eine kleine Auflage von gerade mal 300 Exemplaren drucken lassen. Hinter diesem Link finden Sie die bibliografischen Details und eine Leseprobe. Und natürlich würde ich mich gerade auch bei diesem Buch über Ihr Interesse und Ihre Bestellung sehr freuen!




Mai 2013

Wieder einmal eine erfreuliche Nachricht: In Buenos Aires konnte Robert Schopflocher seinen 90. Geburtstag bei guter Gesundheit und beneidenswert geistiger Frische feiern. Rechtzeitig dazu erschien im Verlag LangenMüller sein neuester Roman "Die Verlorenen Kinder", in dem er vor allem die politischen Verhältnisse in seiner argentinischen Heimat thematisiert. In konzentrierter Form ist dieses Thema unter anderen ja auch in seinem Gedichtband "Hintergedanken" enthalten, den herauszugeben der Spätlese Verlag die Ehre hatte.

Die Nürnberger Nachrichten (mit den angeschlossenen Zeitungen in Nordbayern) baten Robert Schopflocher aus Anlass seines Geburtstags, seine Erinnerungen an und Beziehungen zu seiner alten Heimat Franken zu schildern. Der lange Artikel wurde am 13.04.2013 unter dem Titel "Das fränkische Schneckenhaus" veröffentlicht.

Auf dem Titelblatt und weiteren Seiten einer Sonderausgabe des deutschsprachigen Argentinischen Tageblatts - es erscheint bereits seit 124 Jahren! - wurde ein einfühlsames Porträt unseres Autors gezeichnet mit vielen Fotos und dem Abdruck eines Gedichts ("Das Wachstum der Toten" aus dem Band "Hintergedanken"). Diese Zeitung stellt ein Bindeglied zwischen argentinischer und deutscher Kultur in Argentinien dar. Dass wir mit unserem Gedichtband ein wenig dazu beitragen dürfen, macht uns stolz.




Januar 2013

In einem von der Deutschen Welle gesendeten Fernsehbeitrag (wahrscheinlich am 12. Januar), der aber auch im Internet abrufbar ist, können Sie Robert Schopflocher erleben. Er erzählt vom Leben in Argentinien und trägt u.a. zwei Gedichte vor, die in dem neuen Band Hintergedanken erschienen sind.

Anlässlich des 60. Jahrestags des Häftlingsaufstandes in Vorkuta (in der ehemaligen Sowjetunion, am nördlichen Eismeer) findet eine ganze Reihe von Veranstaltungen der Gedenk- und Begegnungsstätte des ehemaligen KGB-Gefängnisses in Potsdam statt. Ein Schauspieler wird im Laufe des Jahres in verschiedenen Städten aus den Erinnerungen ehemaliger Häftlinge lesen, darunter natürlich auch aus Hergart Wilmanns Buch "Blumen im Beton". Sie schildert darin sehr eindringlich die Umstände ihrer Verschleppung 1947 und die Torturen der Verhöre im genannten Gefängnis, die mit einer Verurteilung zu politischer Umerziehung und einer zehnjährigen Strafe in Vorkuta endete. Dieses Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte scheint mir immer noch sehr unterbelichtet!




November 2012

Ein Höhepunkt in unserer diesjährigen Verlagstätigkeit war der Besuch von Robert Schopflocher in Franken!

Am 29. Oktober konnten wir nun sein Buch, unsere Neuerscheinung "Hintergedanken" vorstellen. Robert Schopflocher war in Begleitung seiner Frau und seines Sohnes aus Buenos Aires angereist, eine nicht zu unterschätzende Ehre, wenn man sein Alter in Betracht zieht. Im Berolzheimerianum in Fürth begrüßte ihn denn auch ein mit Interessierten und Freunden voll besetzter Festsaal. Hier in Fürth hatte er ja 2008 den Jakob-Wassermann-Literaturpreis erhalten. Ein Vortrag Robert Schopflochers, die Lesung einer Auswahl aus unserem Gedichtband und ein kurzer Film ergaben ein rundes Bild dieses bemerkenswerten und bewunderungswürdigen Autors. (Evi Kurz hatte den Autor über mehrere Jahre filmisch begleitet und auch seine privaten Seiten beleuchtet.)

Wir konnten uns nicht nur über diesen außerordentlich gelungenen Abend freuen, sondern auch über zwei sehr gute Rezensionen, die in den Nürnberger Nachrichten sowie den angeschlossenen Zeitungen, in der Nürnberger Zeitung und den Fürther Nachrichten erschienen sind. Beide Rezensionen können Sie hier unten lesen.

Neben dem Inhalt der in dem Band abgedruckten Gedichte (Oder sollte man lieber "Verdichtungen" sagen? Denn Gedichte im herkömmlichen Sinne sind es ja nicht.) wurde auch die Gestaltung des Bandes sehr gelobt, was uns natürlich ebenfalls wirklich freute.

Am folgenden Tag hielt unser Autor noch einen Vortrag in kleinerem Kreis auf Einladung der Universität Erlangen über die jüdischen Gemeinden in Argentinien zwischen den beiden Weltkriegen und deren Wirkung und Nachwirken. Er durfte sich anschließend in das Goldene Buch der Universität eintragen. Beim abschließenden gemeinsamen Mittagessen hieß es für uns dann auch schon wieder Abschied nehmen.

Nach der Kür kommt die Pflicht: Ich hatte mich zur Teilnahme an der diesjährigen Ostbayerischen Bücherschau angemeldet, die am 10. und 11. November in Zwiesel stattfand. Unsere Bücher sollen ja nicht im Lager verstauben! Der Publikumszuspruch war gut, die Spätlese-Bücher erregten doch einiges Aufsehen und fanden auch Käufer. Eine kritische finanzielle Überprüfung von Kosten und Nutzen sollte man aber besser bleiben lassen! Besonderes, das aus dem üblichen Rahmen fällt, hat es halt immer schwerer. Umso mehr freuen wir uns, wenn wir von Fachleuten ungeteiltes Lob erhalten.


Nürnberger Nachrichten, 26.10.2012 Nürnberger Zeitung, 23.10.2012




Mai 2012

September 2012

Ende Oktober können wir die "Ernte des Jahres 2012" präsentieren: einen bibliophilen Gedichtband mit dem Titel "Hintergedanken".

Dieses neue Buch erfüllt uns mit ganz besonderem Stolz. Ich will Ihnen den Grund verraten.

Im Frühjahr bekam ich eine Anfrage, ob ich die Gedichte eines Herrn aus Buenos Aires verlegen würde. Mein Verlag sei ihm empfohlen worden. Nun wissen wir alle, dass Gedichtbände zu den Büchern gehören, die sich am wenigsten gut verkaufen, umgekehrt aber in der Herstellung sehr aufwändig sind. Ich zögerte erst, aber als ich dann einige Leseproben bekam und die Vita des Autors studierte, waren alle Zweifel weggewischt.

Der Autor, ein Mann jüdischen Glaubens, ist 1923 in Fürth geboren und emigrierte mit den Eltern 1937 nach Argentinien. Sein Brotberuf war der eines Agraringenieurs, aber daneben veröffentlichte er in spanischer Sprache Romane, Theaterstücke, Essays. Auch in der bildenden Kunst war er tätig, und seine Holz- und Linolschnitte waren mehrmals im Argentinischen Nationalsalon ausgestellt. 1998 erschien erstmals ein Buch in seiner Muttersprache in Deutschland, weitere folgten (bei Suhrkamp und Langen Müller). 2008 erhielt er den Jakob-Wassermann-Preis der Stadt Fürth.

Die Texte, die mir Roberto Schopflocher sandte, gefielen mir auf Anhieb. Sie spiegeln nicht nur seine Lebenserfahrung wider, sondern auch unsere Zeit mit all ihren Widersprüchen und Gefahren und den ihr eigenen Zukunftshoffnungen. Robert Schopflocher selbst bezeichnet sie als sein Vermächtnis.

Dem Buch konnten wir einige seiner Holzschnitte als Illustration beigeben. H.H.Hofmann hat zudem virtuos mit Versatzstücken dieser Schnitte gespielt. Ein aufwändig gestaltetes Buch ist das Resultat, das Sie in Inhalt und Aufmachung überzeugen wird.

Soviel kann ich im Vorfeld auch verraten: Die Fürther Filmemacherin Evi Kurz hat einen Film über Robert Schopflocher gedreht. Im Fürther Berolzheimerianum werden wir zusammen mit der Premiere des Films auch unser Buch "Hintergedanken" präsentieren. Robert Schopflocher reist dafür extra aus Buenos Aires an!

Übrigens: Die Auflage beträgt 300 nummerierte Exemplare, die ersten 50 wird Roberto Schopflocher signieren.

Ich bin überzeugt, dass die Auflage schnell vergriffen sein wird. Sollten Sie am Erwerb interessiert sein ( 26,-€/Exemplar) können Sie sich vormerken lassen. Schreiben Sie einfach eine Mail an: mail@spaetlese-verlag.de. Das Buch wird Ihnen dann nach Erscheinen im Oktober zugesandt.




Mai 2012

In jüngster Zeit konnte ich mit großer Freude einige Ereignisse registrieren, die auch mit Spätlese-Buchausgaben zusammenhängen.

Wie schon angekündigt fand Mitte April in Potsdam die Einweihung der Gedenk- und Begegnungsstätte in der Leistikowstraße statt. Dort war Hergart Wilmanns von Pfingsten bis Weihnachten 1946 in sowjetischer Untersuchungshaft und unter schrecklichen Bedingungen Verhören unterworfen, ohne dass es dafür echte Gründe gab. Unschuldig wurde die knapp 18-Jährige schließlich zu zehn Jahren "politischer Umerziehung" im GULag Vorkuta am nördlichen Polarkreis verurteilt. In ihrem Buch "Blumen im Beton" aus meinem Verlag schildert sie eindrucksvoll diese schlimmen Ereignisse. Sie hatte sie unmittelbar nach ihrer Entlassung 1953 niedergeschrieben.

Das Untersuchungsgefängnis war noch bis 1994 in sowjetischem Besitz, und hat bis 1986 tatsächlich noch immer als Untersuchungsgefängnis der sogenannten sowjetischen Spionageabwehr gedient. Es erfuhr bis dahin und auch in der Folgezeit keine Veränderung, sprich Renovierung. Es bedarf daher keiner großen Phantasie, sich die menschenunwürdigen Bedingungen vorzustellen, denen die Häftlinge ausgesetzt waren.

In einer zurückhaltenden Präsentation wird nun dort die Geschichte dieses Gebäudes dokumentiert und exemplarisch das Schicksal von 50 Untersuchungshäftlingen dargestellt - auch das von Hergart Wilmanns. In der ihr gewidmeten Vitrine finden sich einige Erinnerungsstücke, die auch in unserem Buch abgebildet sind. Besonders fällt dort das Fragment eines Kopftuchs auf, das sie über ihre ganze Leidenszeit retten konnte. Es ist wohl eines der anrührendsten Beispiele und wurde in den meisten Presseberichten über die Einweihung der Gedenkstätte erwähnt, beispielsweise in der SZ.

Die Einweihung fand unter großer Anteilnahme statt, im Beisein von Staatsminister Neumann und Ministerpräsident Platzeck, aber auch von einigen noch lebenden, überlebenden ehemaligen Häftlingen aus Deutschland, Polen und der ehemaligen Sowjetunion, die über ihre Leidenszeit berichteten. Einige Potsdamer Schüler und Schülerinnen lasen sehr eindrucksvoll Teilstücke aus Erinnerungsberichten, darunter auch einige Passagen aus Blumen im Beton.

Hergart Wilmanns, die Autorin von Blumen im Beton ist leider bereits verstorben. Wir nahmen mit ihrer Tochter an der Einweihung teil, einem Ereignis, das wir so schnell nicht vergessen werden.

Das zweite Ereignis steht im Zusammenhang mit dem 300. Geburtstag des vorletzten Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, Carl Wilhelm Friedrich, am 12. Mai dieses Jahres. "CWF" war eines der ersten Bücher des Spätlese Verlags gewidmet: "Federspiel - Auf den Spuren des Wilden Markgrafen"

Der Historische Verein für Mittelfranken, die Städte Ansbach und Gunzenhausen gedachten mit einer beeindruckenden zweitägigen Vortragsreihe namhafter Historiker (auch Spätlese-Autor Eugen Schöler war einer der Referenten) und einem feierlichen Festakt im Festsaal der Ansbacher Residenz dieses barocken Fürsten. Dabei gelang es, das tradierte schlechte Image dieses Herrschers, der im Volksmund den Beinamen "der Wilde" trägt, zurecht zu rücken. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewähren ein ganz anderes, differenzierteres Bild und zeigen viele positive Errungenschaften, die auf ihn zurückgehen. Unser CWF neigte wohl zum Jähzorn, das ist unbestritten, doch das schmälert nicht seine sonstigen Leistungen und Eigenschaften wie Friedensliebe, religiöse Toleranz, Großzügigkeit etc.

Unter seiner Herrschaft wirkte auch Carl Friedrich von Zocha als Hofbaumeister, der mit seinem Baustil die fränkische Landschaft mitprägte. In unserem Buch "Zocha nachgezeichnet" wird sein Wirken dargestellt. Einer der Vorträge des Symposiums befasste sich denn auch mit der regen Bautätigkeit unter CWF.

Und was mich besonders freut: Das Bild, das von CWF in Federspiel gezeichnet wurde, braucht nicht zurecht gerückt werden!

Es beweist sich immer wieder: Bücher aus dem Spätlese Verlag sind ein bleibender Schatz, der immer neu gehoben werden kann!




Februar 2012

Es ist höchste Zeit, dass ich Ihnen die neuesten Nachrichten von der "Spätlese" berichte. Es tut sich doch immer wieder Erfreuliches, das es verdient, mitgeteilt zu werden.

Passend zur "fünften Jahreszeit" erzählt Spätlese-Autor Walter Gebhardt am 17. Februar Interessantes und Vergnügliches rund um die Nürnberger Weingeschichte in der Gesellschaft Museum in der Nürnberger Campestraße. Dass dabei Auszüge aus seinem "Nürnberger WeinLeseBuch" nicht zu kurz kommen, versteht sich wohl von selbst!

Das Buch "Frau Kohn und Papa Leimann" ist nun auch ins Italienische übersetzt worden und unter dem Titel "Verrà la guerra e… Un’infanzia in Germania 1933-1945" in dem italienischen Verlag Edizioni Arcoiris Salerno erschienen. Der Übersetzer, Professor Francesco Maione, genießt einen ausgezeichneten Ruf. Er hat zuletzt den Briefwechsel Bachmann/Celan ins Italienische übertragen. Inge Obermayer, die Autorin, liest übrigens am 15. März in Feuchtwangen anlässlich der Woche der Brüderlichkeit aus dem Buch (natürlich auf Deutsch!). Veranstalter sind das Evangelische Bildungswerk und die Stadtbücherei Feuchtwangen.

Die Bücher meines kleinen Spätlese Verlags sind nicht nur von regionalem Interesse! So wird am 18 April in Potsdam durch Staatsminister Bernd Neumann eine Gedenkstätte im ehemaligen KGB-Untersuchungsgefängnis in der Leistikowstraße eröffnet. In "Blumen im Beton" hat Hergart Wilmanns ihre Leidenszeit 1946 dort geschildert, die Verhöre und die Verurteilung. Es werden in dieser Gedenkstätte auch einige Erinnerungsstücke von Frau Wilmanns aus ihrer Deportationszeit im GULag Vorkuta zu sehen sein, und natürlich liegt das Buch "Blumen im Beton" dort auf. Der Verlag wird zusammen mit der Tochter von Frau Wilmanns bei der Eröffnung anwesend sein.




März 2011

Vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels/Frankfurter Buchmesse wurde unser kleines Buch "Frau Kohn und Papa Leimann" ausgewählt, um bei der 25. Internationalen Buchmesse in Jerusalem im Februar in der Sonderkollektion "Jüdische Geschichte und Gegenwart" am deutschen Stand präsentiert zu werden. Das hat uns natürlich sehr gefreut und auch ein wenig stolz gemacht.

Wir ergriffen die Gelegenheit, buchten einen Flug nach Tel Aviv und "besuchten" unser Buch in der Ausstellung. Dank guter Freunde schafften wir es sogar, bis zu diesem Zeitpunkt eine hebräische Übersetzung des Buches zu bekommen. Am Stand hatten wir eine Reihe interessanter Gespräche mit den Veranstaltern, und wir konnten uns einen Überblick über den israelischen Buchmarkt verschaffen. Leider besteht in Israel keine Buchpreisbindung, und das hat negative Auswirkungen, gerade für kleine Verlage und Buchhandlungen.

So ist es nicht sicher, dass eine hebräische Ausgabe zustande kommt. Aber wir hoffen trotzdem, einen israelischen Verlag zu finden.

In der deutschsprachigen israelischen Internetzeitung haGalil erschien kurz nach der Messe eine Besprechung. Dort können Sie auch ein wenig mehr über unsere Reise und "Frau Kohn ...." erfahren, wenn sie möchten!




September 2010

Vor 75 Jahren, im September 1935, wurden in Nürnberg die sogenannten Nürnberger Gesetze verabschiedet, die der Diskriminierung und Verfolgung vor allem von jüdischen Mitbürgern eine juristische Handhabe für die Schandtaten im Dritten Reich boten und den Weg in die Todeslager ebnete. Wenn auch vielleicht nicht jeder genau über diese Lager Bescheid wusste, so konnte doch jeder in seiner unmittelbaren Umgebung erkennen, welche Auswirkungen dieses Gesetz auch im täglichen Leben hatte.

Genau das beschreibt Inge Obermayer in ihrer Geschichte von "Frau Kohn und Papa Leimann", worin ihr Alter Ego, das kleine Mädchen Didi, mit Staunen merkt, wie Mitschülerinnen verschwinden, bestimmte Leute nicht mehr ins Kino, keine Haustiere besitzen, sich nicht mehr auf eine Parkbank setzen dürfen - und dass niemand darüber spricht!

Inge Obermayer las im vergangenen Juni im Nürnberger Dokumentationszentrum des Reichsparteitagsgeländes vor einer Schulklasse aus Baden-Württemberg - den Schülern und Schülerinnen wurde ein beeindruckender Geschichtsunterricht mit einer Zeitzeugin geboten, wie die rege Anschlussdiskussion bewies. Auch auf Einladung der Mädchenrealschule Franz von Assisi in Freilassing konnte Inge Obermayer aus ihrem Buch lesen und sich im persönlichen Gespräch den Fragen der Schülerinnen stellen. Ich hoffe sehr, dass gerade dieses kleine Buch dazu beiträgt, nicht wegzuschauen, persönliche Courage zu zeigen. Auch in heutiger Zeit gibt es dazu Gelegenheit!

Wenn Sie, lieber Leser, liebe Leserin dieser Zeilen, Kinder oder Enkel haben, dann kann ich Ihnen das kleine Buch als kleine wertvolle Gabe für diese sehr ans Herz legen. Wir haben den Preis bewusst niedrig gehalten, damit der Kauf nicht an der Kostenfrage scheitert.



Ende September hat im Mainfränkischen die Weinlese begonnen und so kann ich ganz elegant wieder mal auf unser "Nürnberger WeinLeseBuch" aufmerksam machen. Denn erstens enthält es eine Fülle von interessanten Geschichten rund um den Wein über die Jahrhunderte hinweg: z.B. woher kam er, welche Sorten trank man, wie machte man ihn haltbar, wie wurde übermäßiger Weingenuss geahndet usw., und als i-Tüpfelchen im Buch: Was hat Nürnberg mit Wein zu tun? Es ist eine echte Überraschung - Sie sollten das im Buch entdecken - ich will es hier nicht verraten! Der Autor ist Weinkenner, Weinliebhaber und im Brotberuf Bibliothekar im Stadtarchiv Nürnberg, er sitzt also gewissermaßen an der Informationsquelle.

Das "Nürnberger WeinLeseBuch" eignet sich auch als wunderschönes Geschenk, vielleicht zusammen mit einer Flasche guten Weins, als Dankeschön für eine Einladung, zum kommenden Weihnachtsfest, oder einfach als Lektüre des gewiss nicht trockenen Textes für sich selbst bei einem Glas Wein an einem kühlen Herbstabend ...




August 2010

Ein schöner Artikel über den Verlag ist vor einiger Zeit in der Nürnberger Zeitung erschienen. Den sollten Sie unbedingt einmal lesen!



Zu Inge Obermayers Band Inge Obermayer: Frau Kohn und Papa Leimann - Eine Kindheit 1933 - 1945 schreibt die Mainpost ganz richtig:

Die unprätentiös-sachlichen Erinnerungen der inzwischen 81-Jährigen verleihen einem massenhaft erlittenen Schicksal individuellen Ausdruck.

Noch individueller können Schulkinder seit einiger Zeit die Erlebnisse und Erfahrungen von Inge Obermayer nahe gebracht bekommen, denen die Autorin Auszüge aus ihrem Buch vorliest. Schulklassen aus Franken, aber auch aus Freilassing und Stuttgart konnten und können mit der Autorin sprechen und so einen persönlichen Bezug herstellen. Die Trägerin des Erlanger Kulturpreises besucht die Klassen in ihren Schulen oder im Dokuzentrum am Reichsparteitagsgelände. Die Aktion öffnet eine weitere Tür zum Verständnis der Geschichte, und ich hoffe, dass wir noch viele solcher Veranstaltungen durchführen können!







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