Gerwald Panzer

Dunkle Stunde

Die Zeichnungen in diesem Faksimileband entstanden am Ende des II. Weltkrieges in amerikanischer Gefangenschaft. Viele Künstler und Schriftsteller waren erst Jahre oder Jahrzehnte nach der Katastrophe in der Lage, eine Aussage dazu zu erarbeiten. Panzers Zeichnungen dagegen stammen aus dem unmittelbaren Erleben und stehen noch ganz unter dem Eindruck menschlichen Versagens, der Heuchelei, Sehnsucht nach Frieden, Gerechtigkeit und Geborgenheit. Beklemmend in ihrer Eindringlichkeit haben sie nichts an Aktualität verloren. Stilistisch erinnern sie an Weber und Kubin.

Auch als Soldat in Frankreich und Russland hatte er stets seine Mal- und Zeichenutensilien dabei, porträtierte Landschaften und Menschen. Doch die dann im Lager entstandenen Arbeiten unterscheiden sich ganz wesentlich von diesen "Erinnerungsblättern". Nun bringt er seine Ängste und Empfindungen, seine Erfahrungen und Ahnungen gleichnishaft zum Ausdruck. Stil und Aussage werden zeitlos gültig. Diese Blätter stellt er zu Zyklen zusammen und noch im Lager bindet ein Mitgefangener sie mit Karton und Armeetaschentüchern zu Büchern. Der Band mit 55 großformatigen Federzeichnungen entspricht genau dem im Lager entstandenen Original, beigefügt wurde lediglich ein erklärendes Nachwort.

Erstmals wurde mit "Dunkle Stunde" einer dieser Bände in einer Auflage von 500 nummerierten Exemplaren veröffentlicht.

Gerwald Panzer, geboren 1908 in Saalfeld/Saale, verstorben 1986 in Schwaig b. Nürnberg, war Autodidakt und Zeichner aus Leidenschaft. Nach dem Studium des Bauingenieurwesens in München war er Leiter des Bauamtes einer mittelfränkischen Kleinstadt. Nach Krieg und Gefangenschaft, die auch gesundheitliche Spuren hinterließen, übte er den Beruf eines Grafikers und Medailleurs aus.

Großformatiger Leinenband mit farbigem Deckblatt, Limitierte und nummerierte Auflage von 500 Exemplaren, 30 x 31 cm, ISBN 978-3-924461-02-7     34,00 €





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