Neuerscheinung 2005 aus dem Spätlese-Verlag:
Donny O’RourkeAus dem Wartesaal der Poesie - From Poetry’s Waiting RoomNürnberger Notizen - Nürnberg NotebookÜbersetzung von Ulrike Seeberger Buchgestaltung H.H.Hofmann
Aus dem Wartesaal der Poesie ist ein Zitat von Hermann Kesten und Donny O’Rourke wiederum zitiert es in seinem Gedicht So I said to Hermann Kesten. Gemeint sind die Cafés, die Kesten als Inspirationsquelle und Kommunikationsort dienten. So auch für Donny O’Rourke. Als Kesten-Stipendiat aus Nürnbergs Partnerstadt Glasgow weilte Donny O’Rourke 2004 in Nürnberg, verbrachte - wie Kesten - einen Großteil seiner Zeit in Cafés, beobachtete und schrieb. Das Ergebnis sind die in dieser Neuerscheinung zusammengefassten Gedichte und "Songs", denn Donny O’Rourke ist in Schottland nicht nur als Autor sondern auch als Liedinterpret bekannt. Ulrike Seeberger, die seit vielen Jahren literarische Texte übersetzt und selbst lange in Glasgow gelebt hat, übersetzte die Texte mit einfühlsamem Gespür für die Diktion des Autors. Gefördert wurde die Übersetzung durch das Scottish Arts Council. Schließlich fand sich in H.H.Hofmann ein Illustrator, der Thematik und Stimmung der Gedichte in assoziative Grafik verwandelte: z.B. den bekannten Stuhl des Glasgower Jugendstilkünstlers Charles Rennie Mackintosh, den Hut Hermann Kestens, Säulen und Tor der Straße der Menschenrechte in Nürnberg, den Glasgow- und den Nürnberg-Tartan, und damit auch bildlich die Verbundenheit der beiden Städte und ihrer Bewohner zum Ausdruck bringt. Der bibliophile zweisprachige Band ist in einer Auflage von nur 500 Exemplaren aus Anlass der 20jährigen Städtepartnerschaft Nürnberg-Glasgow erschienen.
Zum InhaltAus dem Wartesaal der Poesie - From Poetry’s Waiting Room trägt den Untertitel Nürnberger Notizen - Nürnberg Notebook - ein Notizbuch, das die Atmosphäre dieser Stadt glänzend und einfühlsam einfängt. Doch es ist weit mehr als ein Tagebuch in Gedichtform. In den quicklebendigen und zugänglichen Gedichten des Glasgowers Donny O’Rourke stellt sich uns ein nachdenklicher, neugieriger auswärtiger Besucher vor, der allmählich zum Insider wird.Dieser Spaziergänger unserer Tage schlendert hellwach durch die Straßen, sitzt in Cafés, nimmt auf und wird aufgenommen, unterschätzt nichts, zollt seinem städtischen Thema stets den gebührenden Respekt. Sein Nürnberg ist keine Kulisse, sondern Partner in einem neuen Zweiersketch, eine eigenständige Persönlichkeit, Kontrast, Stichwortgeber oder Co-Star. Leidenschaftlich oder ironisch, melancholisch oder witzig: diese intensive Beschäftigung mit der Geschichte und Kultur dieser Stadt ist zugleich ver- und bezaubernd. Seine Gedichte verbinden die Offenheit, Energie und Unmittelbarkeit amerikanischer Lyrik mit der weltbürgerlichen Eleganz europäischer Poesie und den überschwänglichen Bardengesängen der irischen Vorfahren O’Rourkes. Klar, dass Nürnberg hier in besten und sehr unterhaltsamen Händen ist! Technik und mit leichter Hand eingestreute Bildung werden auf ein weit gefächertes Themenspektrum angewandt: Das Thema "Mitteleuropa", dessen Zeit wieder gekommen ist, das Grauen und die Hoffnung der Geschichte, die Freuden und Leiden der Lebensmitte, der Trost, den Gärten, Freundschaft und die fränkische Küche spenden können, die skeptischen Beinahegebete eines zweifelnden katholischen Kelten, Liebe, Verlust und Sehnsucht, die wechselhaften Geschicke des Nürnberger "Clubs" - das sind nur einige der vielen Motive dieses weisen, warmherzigen, melancholischen, selbstkritischen aber letztlich fröhlichen Buchs.
96 Seiten
29 x 17 cm
ISBN 978-3-924461-23-2
24,00 €
Rezension von Hendrik Bebber in den Nürnberger Nachrichten vom 13. August 2005:
Poetische Schnappschüsse in Nürnbergs dunklen EckenPorträt des schottischen Dichters Donny O’RourkeDer schottische Dichter Donny O’Rourke war letztes Jahr als Hermann-Kesten-Stipendiat zu Gast in Nürnberg. Der Aufenthalt hat ihn zu dem Gedichtband "Aus dem Wartesaal der Poesie" inspiriert. (...) Dass seine Gastgeber dem Glück nicht recht trauen, hat Donny O’Rourke schnell herausgefunden: "War alles Dusel / Das hält nicht lang" zitiert er den "Optimismus der Franken" in einem Gedicht über den Aufstieg des Clubs in die Bundesliga. Und bei dieser Grundeinstellung können einen die vielen schönen und freundlichen Impressionen, die der Schotte in Nürnberg hatte, schon in Verlegenheit setzen. Misstrauen gegenüber seiner Holdseligkeit steigt freilich auf, wenn man solche Verse liest: "Ja, der Dichter kommt zum Essen und ist / in Kürze der perfekte Gentleman / und Gast, Ausbund an Liebenswürdigkeit, / Muster für alle Künstler, die man feiert, / Verhalten exemplarisch, völlig / fehlerlose Vorstellung. Mustergültig. Vorbild. / Schleimer!" Im Umgangston hat O’Rourke von seinen irischen Vorfahren die "blarney" - jene hohe Kunst der charmanten Schmeichelei - überreichlich mitbekommen. Doch seine Gedichte darf man durchaus für bare Münze nehmen. Hier hält er es ganz mit der puritanischen Wahrheitsliebe und Unverblümtheit seiner schottischen Heimatstadt Glasgow. Das bekommt vor allem Hermann Kesten zu spüren, dank dessen Stipendium O’Rourke einige Monate in Nürnberg weilen und dichten konnte und der das Zitat "Im Wartesaal der Poesie" den Titel für den zweisprachigen Gedichtband gab: Er ist Kesten durchaus für die "geschenkte Zeit" dankbar, aber der "Kaffeehausdichter der spröden Verse" hätte wohl kaum Eingang in die Anthologien gefunden, die O’Rourke herausgab. Hingegen schlägt sich der schottische Poet voll auf die Seite von Kestens Rivalen Joseph Roth, wie er es ohne Umschweife in seinem längsten Gedicht "Also sagte ich zu Hermann Kesten" ausdrückt: "Ich bin hier als Stipendiat eines Programms, das Sie vermachten, im Café, das Ihren Namen trägt, und lese "Meine Freunde die Poeten", bin nicht sicher, ob ich ein Poet bin, gewiss doch leider nicht Ihr Freund. Als "Wartesaal der Poesie" haben Sie Cafés bezeichnet. Nun bin ich in Ihrem Café, das Büffet ist gut bestückt. Zeitungen aus aller Welt. Die Uhr geht ganz genau, und ich warte, warte, warte. Doch die Gedichte kommen nicht. Es wird Sie bekümmern, das ist mir bewusst, dass ich heute Abend einen trinken möchte, nicht mit Ihnen, dem wir Dichter so viel verdanken, sondern mit dem Schurken, dem brillanten Roth, dessen ganzes Leben ein versoffner Schuldschein war: Konnte weder ,ne Familie halten, noch den Job oder sein Wort, seine Hände nicht von Frauen lassen. Aber weil er schreiben konnte wie der Teufel, kann die Nachwelt, die sich jetzt nur halb an Sie erinnert, ihn noch Wort für Wort zitieren." Aus Seelenverwandtschaft Wohl aus der Seelenverwandtschaft zu Joseph Roth schlägt O’Rourke "blarney" hier das einzige Mal in diesem Gedichtband in "Wiener Schmäh" um, wenngleich dieser humoristisch-melancholische und leicht grantelnde Gemütszustand dem Schotten in seinen früheren Gedichten nicht fremd ist. Freilich war er dabei meistens das Ziel seiner schonungslosen Satire, wie er in seinem hochgelobten Gedichtband "The Waistline" (Die Gürtellinie) bewies, in dem er einen tragisch-komischen Kampf mit seinen Gewichtsproblemen führt. In Nürnberg jedoch gab sich O’Rourke hemmungslos Schäufele und Bratwurst, Karpfen und Rhabarberkuchen, Dunkelbier und Sylvaner hin. Die Namen der fränkischen Spezialitäten in seinen englischen Gedichten haben den gleichen evokatorischen Effekt wie die Lautmagie gälischer Worte, die O’Rourke zuweilen in seine Poesie einstreut. Für die Übersetzung ist dies notgedrungen die größte Schwierigkeit, die ganzen Facetten des Originals im Deutschen rüberzubekommen. Doch ansonsten ist Ulrike Seebergers Arbeit vorzüglich. O’Rourke, der selber französische Gedichte ins Englische übersetzt hatte, ist jedenfalls voll des Lobes über "Ulrikes Garten, wo umgetopft in deutschen Humus die winzigen Gewächse, meine englischen Gedichte, wunderbarer Weise auch gedeihen." Wenn jetzt O’Rourke als Gastprofessor durch den Garten des noblen Pembroke College in Cambridge geht, steigen in ihm die Erinnerungen an die Nürnberger Gärten hoch, die er so wundervoll in seinen Gedichten besang. Als Spezialist für den schottischen Nationalbarden Robert Burns, der diese Pflanze ebenfalls so liebte, widmete er natürlich dem Nürnberger Flieder eine ganze Ode. Bei den Gedanken an Nürnberg schnurrt O’Rourke so behaglich wie Geoffrey, die Hauskatze des Colleges, die natürlich auch nach einem Dichter benannt wurde. Der Untertitel "Nürnberger Notizen" des bibliophilen Gedichtbandes mit den stilvollen Vignetten von H.H.Hofmann hätte genauso gut "Nürnberger Elegien" lauten können, denn O’Rourke besingt die Noris in elegischer Schönheit und Anmut, ohne jemals in Postkartenkitsch abzugleiten. "Die Elegie ist jetzt die mir gemäße poetische Form. Das ist wohl eine Frage der Entwicklung. Ich finde es merkwürdig, in Gedichten immer jung zu bleiben und möchte auch in meinen Arbeiten in Würde altern", sagt O’Rourke. Zufällig war er in Nürnberg genauso alt wie Albrecht Dürer, als dieser sein Selbstporträt "Der Künstler im 45sten Jahr" malte, was O’Rourke zu einer gleichnamigen Elegie zu dieser Altersschwelle inspirierte. Der Zahn der Zeit nagt auch in einem anderen Gedicht, in dem der Dichter auf seinen gebackenen Karpfen wartet: "Ein wenig zum Selbstmitleid neigend, selbst in den besten Zeiten, und nun heute Abend gar, fern der Heimat, ohne Liebe, Geld, Aussichten, nicht mehr jung und viel versprechend, wenn du die Jahre und Verluste spürst, dich nach allem sehnst, was nie mehr wieder kommt - zählst Körner Sand, zählst Sterne, zählst, was dir geschah an Gutem." Diese Bilanz freilich ist so abgerundet wie ein Spiegelkarpfen: Gefeierte Gedichtbände, Anthologien und Essays, Literaturkritiker der größten schottischen Zeitung, Kulturchef bei Fernsehen, Liedermacher und Regisseur, Gastprofessor in Glasgow, Jena und Cambridge, Britischer Poesie-Botschafter in Chicago und Frankreich und zahlreiche Kulturpreise und Stipendien als "Hauspoet". "Mich selbst wieder erfinden" O’Rourke sieht sich in der Tradition eines "Scotus Vagans", der wie die schottischen Missionare, Gelehrten, Söldner und Ingenieure durch die Welt pilgert: "Es gibt so viele Städte, für die in meinem mitgenommenen Herzen die Koffer stets gepackt sind," sagt er dazu in einem seiner Nürnberger Gedichte. Jeder Ortswechsel gibt ihm die Gelegenheit, "mich selbst wieder zu erfinden." In Nürnberg fand er "Mitteleuropa", das geistige und kulturelle Zentrum des Kontinents, dessen Nostalgie er in so vielen Gedichten dieses Bandes frönt. Mit der "Neugier einer alten Hundes" spürt er auch die dunklen Ecken der Nürnberger Geschichte auf. Seine Konfrontation des Reichsparteitages mit einem Bing-Crosby-Hit ist ein meisterlicher poetischer Schnappschuss einer ganzen Epoche. In seiner Sprache und seinen Gedichtinhalten verkörpert O’Rourke voll und ganz das, was schottische Poesie in der britischen Literaturszene auszeichnet: Bildung und intellektuelle Bandbreite, souveränes Geschick beim Zugriff auf literarische Traditionen und die Moderne, Unbefangenheit gegenüber Europa und den USA, Interesse an populärer Kultur und das Erbe ihrer Nation und vor allem das Selbstbewusstsein, gleichzeitig schottisch und grenzenlos sein zu können. So sind seine Nürnberger Gedichte wahrhaft kosmopolitisch: Von Hölderlin über Rilke bis Brecht klingen die Reminiszenzen an sein Gastland an. O’Rourke huldigt Robert Burns in Abschiedsgedichten und Bacchanalen und wechselt zwanglos von keltischen Balladen zu Blues und Rap.
Wenn er jetzt nach seinem Auftritt beim Glasgow-Festival wieder Nürnberg
verlässt, können sich die vielen Freunde mit seinem Lied "Später"
trösten: "Am Brunnen auf dem Markt am Abend / Dreht am Wunschring /
Vielleicht tauch ich auf. / Wartet fünf Minuten / Wenn ich nicht komme /
Trinkt auf mein Wohl / Ein starkes dunkles Bier." Aber das tun wir
doch gern, Donny, Prost und Slàinte mhath!
Translation by Ulrike Seeberger:
Poetic Snapshots of Nuremberg’s Darker CornersA Portrait of the Scottish Poet Donny O’RourkeLast year, the Scottish poet, Donny O’Rourke, spent time in Nuremberg as a guest of the Hermann-Kesten Fellowship. This stay inspired him to write the poems published in the volume "From Poetry’s Waiting Room". Donny O’Rourke will be reading from this book on the occasion of the "grenzenlos" festival in and around the Tucher Mansion, celebrating the Glasgow twinning on Saturday and Sunday. Donny O’Rourke didn’t take long to find out that his hosts don’t quite trust their good fortune: "It was a fluke. / Can’t last" he quotes the "Optimism of the Franks" in a poem on their "Club’s" rise to the Premier League. And considering that this is our basic frame of mind, the many beautiful and friendly impressions the Scot formed in Nuremberg can be slightly embarrassing. Then, however, a certain amount of doubt in his sweet and lovely tones wells up, when you read verses such as: "Yes, the poet comes to dinner and/ is in short the perfect gentleman/ and guest, graciousness personified, / the model for all artists being feted,/ conduct exemplary, an absolutely/ faultless performance. Paragon. Template./ Creep!" When you hear him talking to you, O’Rourke certainly inherited more than his fair share of the "blarney" - the fine art of charming flattery - from his Irish forebears. But his poems may really be taken at face value. Here, he sticks to the Puritan love of speaking the truth and of straight talking typical of his native town of Glasgow. It is mainly Hermann Kesten who bears the brunt of this straight talking. The Kesten Fellowship enabled O’Rourke to spend some months in Nuremberg and write poems, and it was Kesten’s quotation about "poetry’s waiting room" which provided the title for this bilingual volume of poetry. O’Rourke is grateful for the "time left to us" by Kesten, but the "coffeehouse poet" of "brittle verse" would probably not have been included in any anthology O’Rourke has compiled. On the other hand, the Scottish poet wholeheartedly sides with Kesten’s rival, Joseph Roth, as he puts it quite bluntly in his longest poem "So I said to Hermann Kesten": "Here on a fellowship you bequeathed, in the café named for you, reading ‘My Friends The Poets’, not sure I’m a poet, certainly, alas, no friend of yours. The café you called "poetry’s waiting room", well, I’m in your café, the buffet’s well-stocked there are newspapers from all over the world, the clock is right, but though I wait and wait no poems arrive. It will grieve you I know that tonight I long for a drink not with you to whom we poets owe so much, but with the brilliant, rascally Roth whose entire life was a drunken IOU: He couldn’t keep his family jobs or word, nor his hands off women but because he could write like several devils posterity which now only half remembers you, can recall him word for word." Kindred Spirits It was probably because he feels that Roth was a kindred spirit, that O’Rourke’s blarney for once in this volume of poems switches to Viennese-type grousing, even though this humorously melancholy frame of mind has not been completely alien to the Scotsman in his earlier verses, either. Then, of course, he directed this relentless satire against himself, as for example in the much praised volume "The Waistband", a tragically funny struggle with his weight problems. In Nuremberg, however, O’Rourke tucked in wholeheartedly, succumbing to Schäufele (roast shoulder of pork) and sausages, carp and rhubarb cake, dark beer and sylvaner. The names of these Franconian specialities have the same evocative effect as the magic ring of Gaelic words with which O’Rourke sometimes laces his verse. Getting across all those nuances from the original into the German translation, is, of course, the most difficult aspect of any translation. The occasional impossibilities aside, Ulrike Seeberger’s work is superb throughout. In any case, O’Rourke who himself translated French poems into English, is full of praise for "the arboretum in Ulrike’s/ back yard, in which, repotted in fertile German soil,/ the tiny cuttings that were my English verses/ miraculously thrive." When today O’Rourke ambles through the gardens of prestigious Pembroke College in Cambridge, where he is a guest lecturer, memories of Nuremberg gardens flood back, gardens whose praise he sang so beautifully in his poems. As a specialist in Robert Burns, the Scottish national Bard, who also loved lilacs so much, he naturally dedicated an entire ode to Nuremberg lilacs. When thinking of Nuremberg, O’Rourke starts purring as contentedly as Geoffrey, the college cat - which was, of course, also named after a poet. The subtitle "A Nuremberg Notebook" of the bibliophile volume of poetry with the stylish vignettes by H.H. Hofmann might just as well have been "Nuremberg Elegies", because O’Rourke sings the praise of the "Noris" in elegiac beauty and grace without ever sliding into postcard-type kitsch. "Elegies are the form of poetry closest to my mind and heart just now. This is probably a question of one’s own development. I find it strange to stay forever young in my poems and would like to age gracefully, also in my work", says O’Rourke. As it happens, when he was in Nuremberg, he was exactly the same age as Dürer when he painted his self-portrait "The Artist in his 45th Year", and this inspired O’Rourke to write an elegy of this title dealing with this particular age threshold. The ravages of time also become visible in another poem, while the poet waits for the arrival of his baked carp: "Given somewhat to self-sorrow even at the best of times, and tonight far from home, lacking love, money, prospects, no longer young or promising, feeling your years and their losses, missing everything that won’t come your way again - everything familiar about childhood, the many dead friends. Nonetheless you sit at the open window with your glass of wine, thinking of the crisp, baked carp you’ll have for supper, counting those grains of sand, those stars, your/ blessings." The balance of this count, of course, is as well-rounded as a shining carp: much-praised volumes of poetry, anthologies and essays, literary criticism for Scotland’s biggest daily paper, head of culture for TV, song-writer, director, guest professor in Glasgow, Jena and Cambridge, ambassador for British poetry in Chicago and France, numerous culture awards and scholarships as "poet in residence". "Re-inventing myself" O’Rourke places himself in the tradition of the "Scotus vagans" who makes his pilgrimage through the world, as Scottish missionaries, scholars, mercenaries and engineers did before him: "there are so many/ towns for which the heart’s battered bags are permanently packed", as he puts it in one of his Nuremberg poems. Each of these changes of location gives him the opportunity "of re-inventing myself". In Nuremberg he found "Mitteleuropa", the intellectual and spiritual centre of the continent whose nostalgia he dwells on in many poems in this volume. Like a hound "curious to the last", he also finds the darker corners in Nuremberg’s history. His juxtaposition of the Party Rally Grounds with a Bing Crosby hit is a masterly poetic snapshot of an entire epoch. In both the language and content of his poems, O’Rourke stands for precisely the quality which singles out Scottish poetry in the British literary scene: erudition and a wide intellectual bandwidth, masterly skill in accessing both literary traditions and modernism, an unaffected attitude towards Europe and the USA, interest in popular culture and the heritage of their nation, and first and foremost the self-confidence to be at the same time Scottish and transcend all frontiers. Thus his Nuremberg poems are truly cosmopolitan: reminiscences of his host country resound, from Hölderin to Brecht. O’Rourke pays homage to Burns in his farewell poems and bacchanalian scenes, and quite happily hops from Celtic ballad to blues and rap. When he leaves Nuremberg again after his performances at the Glasgow festival, his many friends may take comfort in the song "Later": "Some evening by the fountain/ in the market square/ rub the wishing ring/ and I might be there/ wait five minutes/ and if I don’t appear/ drink my health/ in strong dark beer." But, of course, we will, Donny! Gladly! Prost and Slàinte mhath! Hendrik Bebber, Nürnberger Nachrichten, 13 August, 2005 |